"...gnadenlos entblößt, erzeugt sie (die Aufführung) einen Zen-artigen Fokus auf die Natur der Scham, präsentiert mit dadaistischem Charme. ... Es ist das Leben selbst, das entblößt wird. Doch die Erfahrung an sich ist als Kunstwerk herrlich lebendig; formbar, partizipativ und konfrontativ auf eine Weise, wie es nur das Theater als künstlerisches Medium sein kann. In den Augen von Arnold und Komarov sind die Zuschauer gleichberechtigt, denn wir sitzen alle im selben Boot, stellen dieselben Fragen und durchleben dieselben komplexen Gefühle. ★★★★ " THE SKINNY
"Eine nachdenklich stimmende Meditation über die Scham. ... Das Duo spielt sowohl mit Verletzlichkeit als auch mit Gelassenheit. ★★★★ " THE STAGE
"Die Brillanz dieser entwaffnenden Show liegt in der Erforschung einer Emotion, die wir nur selten wertfrei hinterfragen. ★★★★ " VOICEMAG
"Das ist es, worum es beim Fringe (Edinburgh)geht. Zwischen all den Komödien, Kabaretts, Theatern und Musicals stolpert man über etwas, das so seltsam, weltfremd und schräg ist, fast spektakulär in seiner Einbildung, dass es funktionieren wird. Aber das tut es. ★★★★ " NORTHWESTEND
"Arnold und Komarov sind mühelos einnehmend und verbindlich, behandeln die Vielfalt und Unvorhersehbarkeit ihres Themas mit Leichtigkeit und ihre Präsenz ist durchwegs beruhigend." FESTMAG
Über die Scham
Die Scham kann uns vor Blamagen bewahren. Sie hemmt auch, irritiert, macht unsicher, kann Angst, Aggression und Autoaggression schüren. Wir behandeln sie zwar als etwas Privates, obwohl eher gesellschaftliche, religiöse und moralische Normen und Zwänge die Auslöser sind. Sie hat viele Gesichter und kann sich über Generationen hinweg vererben. Sie setzt sich gut fest im Gedächtnis. Jahre, Jahrzehnte später erinnern wir uns, wann, wo, warum wir uns schämten. Für die Mutter, die an den Besuchstagen in der Schule ein Fremdkörper bleibt, unpassend gekleidet, unfähig, mit anderen Eltern ins Gespräch zu kommen. Dafür, dass wir schweigen, wenn wir im vollen Bus begrapscht werden. Wir schämen uns für uns und alle anderen Anwesenden, die der Demütigung tatenlos zusehen, wenn der Zöllner im Zug an der Grenze ausschliesslich die Papiere von dunkelhäutigen Menschen kontrolliert.
Es ist ein Paradox, dass wir die Scham als etwas Intimes, Persönliches empfinden, obwohl sie tief geprägt ist von Gesellschaft, Religion, Kultur und Familie. Fast alle Menschen sind davon betroffen. Die Gründe, sich zu schämen, sind so vielschichtig wie unsere Gesellschaft.
Der Scham-O-Mat ist eine Kabine, die in öffentlichen Räumen installiert werden kann. Sie ist ausgestattet mit einem Aufnahmegerät, Schreibzeug und einem Briefkasten. Dort können Sie Erinnerungen an Ereignisse, Menschen oder Dinge erzählen, für die Sie sich schämen.
Mit dem untenstehenden Übermittlungsfeld haben Sie die Möglichkeit, uns ihre Erinnerung anonym zu senden. Herzlichen Dank für Ihr Mitwirken!
Zwei Menschen kommen in einem inszenierten Raum zusammen. Gemeinsam tauchen sie ein in die Erinnerungen an die Scham. Kommen Sie alleine, und begegnen Sie einer unbekannten Person, oder kommen Sie zu zweit, und tauschen Sie sich mit ihrer*m Bekannten aus. Schreiben Sie uns, wenn Sie Interesse haben, die Installation zu zeigen.
Ehemalige Standorte der Installation
Trixa Arnold · Ilja Komarov
From the Archive of Shame
Taschenbuch
100 Seiten, schwarzweiß, 17,5 x 10,8 cm
Herausgegeben von one hundred pages
Buchkonzept von Jakob und Thomas Galler
Gestaltung von Jakob Galler
Gedruckt bei Lulu Press, Inc.
Englische Übersetzung © 2023 Simon Pare
© 2023 one hundred pages, Trixa Arnold und Ilja Komarov
In den 90er Jahren tourten sie mit dem Punkpoptrio Les Halmas durch Europa. 2003 kamen sie in Zürich an, und sind seither aktiv in der Freien Theaterszene. Seit 2007 bringen sie gemeinsam Theaterprojekte auf die Bühne. Die Musik ist bei allen ihren Projekten ein wichtiger Bestandteil. Am Theater gefällt ihnen, dass die körperliche Anwesenheit der Spieler*innen und des Publikums ein notwendiger Bestandteil jeder Vorstellung ist. Ihre Arbeiten können ausserhalb von Theaterräumen gezeigt werden. So erreichen sie auch ein Publikum, das gewöhnlich nicht ins Theater geht. Der Begriff «zeitgenössisches Wandertheater» ist eine treffende Bezeichnung dafür. Sie beschäftigen sich mit Formaten, die das Publikum einladen, sich bei der Erforschung eines Themas einzubringen. Sie leben in Zürich.
studierte 2012-2018 Theater-/Tanzwissenschaft und Germanistik an der Universität Bern und arbeitete als Hilfsassistentin von Prof. Dr. Christina Thurner. Sie absolvierte Praktika am Schauspielhaus Zürich, beim Jungen Theater Solothurn, beim interkulturellen MAXIM Theater Zürich und am Goethe Institut Bukarest sowie Regieassistenzen in verschiedenen Jugendtheaterprojekten. 2018 und 2019 arbeitete sie im Betriebsbüro vom Theaterfestival auawirleben Bern. 2018 Mitbegründung und seither Co-Leitung von Theater Süd in Basel. Seit 2019 arbeitet sie als Produktionsleiterin bei produktionsDOCK u.a. mit Alexandra Bachzetsis, Jeremy Nedd und Ariane Andereggen. Seit der Saison 2020/21 macht sie ausserdem die Geschäftsleitung von Die Voyeure National.
arbeiten seit 2005 zusammen als Künstlerinnen, Bühnenbildner*innen und visuelle Gestalter*innen. Sie widmen sich aktuellen Entwicklungen in Kunst und Gesellschaft in allen Medienformaten. Ihr Erfahrungen aus vielen Disziplinen – Silvia Buonvicini stand selbst mehrere Jahre auf der Bühne – und das grosse Wissen über künstlerische als auch über gestalterische Vorgänge wie auch die Lust am Forschen spiegeln sich in all ihren Arbeiten. Sie denken vernetzt, eigenständig und unabhängig. Sie leben in der Schweiz und in Österreich.
kreiert seine eigenen Theaterarbeiten unter dem Label First Cut Productions. Er arbeitet oft an Strukturen, die Funktionen, Regeln und Improvisation vereinen. In verschiedenen Kollaborationen arbeitet er auch als Performer, Regisseur, Musiker und Dramaturg, u.a. mit Forced Entertainment oder Simone Aughterlony. Er leitet Workshops und mentoriert Student*innen an der ZhdK in Zürich und an La Manufacture in Lausanne. Er lebt in Zürich.
ist Literaturwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Lateinamerika und leitet seit 2005 das Übersetzerhaus Loorenin Wernetshausen. Sie macht Lobby-Arbeit für das literarische Übersetzen als Wortkunst, organisiert Weiterbildungen und moderiert literarische Veranstaltungen mit Übersetzerinnen und Übersetzern. Sie hat mehrere Kinderbücher aus dem Spanischen übersetzt. Sie lebt in Zürich.
ist Kultursoziologin und studiert Dramaturgie an der ZHdK. Durch ihre Projekte in Bildungskontexten mit Jugendlichen und Studierenden hat sie ein Interesse daran entwickelt, wie persönliche Lebenswelten mit dem Erfahren gesellschaftlicher Strukturen verbunden werden können. Sie stellt Fragen nach Zugänglichkeit von Theater und inwiefern performative Teilhabe und künstlerische Erfahrungen Teil eines demokratischen Prozesses sein können.
Matura an der KS Sargans, Schwerpunkt Italienisch; Praktikum HPS Seidenbaum in Trübbach; wird 2021 das Studium der Theaterwissenschaften an der Uni Bern beginnen.
Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Pro Helvetia - Schweizer Kulturstiftung, Georges & Jenny Bloch Stiftung, SIS - Schweizerische Interpretenstiftung, Ernst Göhner Stiftung, Kultur Stadt Bern, Kultur Kanton Bern - Swisslos, Ceda and Olgica Stichting, WORM Rotterdam.